Habitat / Anfang UEA Herlu Ver. 1

Das Habitat

Der Lichtstrahl weckte mich wie jeden Morgen. Er spiegelte sich immer morgens in meinem Zimmer von der silbernen Hülle des Habitats, oder wie es gerne von seinen Bewohnern genannt wurde: »Zylinder«. Niemand nannte es »Roddenbery Solardrome«, wie es eigentlich hieß. Dabei war seine Struktur nicht gerade zylinderförmig. Das Habitat hatte eine stabförmige Basis, an der die Wohnelemente wie Perlen angebracht worden waren.

Die Ausmaße waren gigantisch. Zur Zeit lebten dort etwa 53 Millionen Menschen. Wegen seiner Größe brauchte es nur eine Umdrehung in 12 Stunden, um den äußersten Strukturen eine Pseudoschwerkraft von 1 g zukommen zu lassen, während in Richtung auf die Achse hin alle möglichen Schwerkraftverhaeltnisse zwischen 1 und 0 g anzutreffen waren, mit Häufungen bei 1/3 und bei 2/3 g.

Eigentlich waren alle Wohnelemente autonom und verfuegten zu Beginn um die gleichen Ausstattung. Jetzt jedoch, nach 29 Jahren hatten sich viele Wohnelemente völlig unterschiedlich entwickelt. Manche Wohnelemente hatten einen höheren technischen und Lebensstandard. An ihnen war angebaut worden um den Wohnraum zu vergrößern, sie wucherten förmlich in das Vakuum hinaus, mit tiefschwarzer Oberfläche, jeder Quadratmillimeter ein Sonnenkollector.

Andere Elemente jedoch hatten nicht das Glück des materiellen Wohlstands, des positiven Cash-Flow, und verwahrlosten zusehends. Dort siedelten sich auch die Dealer, Hardliner, Cyberjockeys, Technokraten, Genschlämmer, Spieler, andere dunkle und halbdunkle Dienstleister und andere Menschen an. Gerüchte, nur hinter vorgehaltener Hand an gute bekannte weitergegeben, wussten auch von schwarzen Hi-Q-KI, die hier vor der solaren Turing-Polizei versteckt wurden. Weniges war verpönt oder ausgestoßen, prakisch nichts war verboten, solange man zahlen konnte, die diesen dunklen Vierteln des Kietz. Das Sicherheitspersonal, Reguläre Polizei, Sicherheitsdienst und Solar Space Navy Intel, beschränkten ihre Tätigkeit auf die weißen, die glitzernden und sprudelnden Bezirke des kosmischen Kandelabers; die dunkle Welt des Kietz mit seinen undurchschaubaren sozialen Strukturen und seiner durchweg bewaffneten Bevölkerung wurde von ihnen weitgehend ignoriert und blieb in der Regel auch von Routinepatroellien verschont. Was nicht hieß, dass nicht viele der Menschen dort undercover für irgendwelche Militär- oder Intel-Strukturen mitverdienten.

Dann gab es sehr viele politische Rangeleien der Gruppen untereinander, viele Minderheiten und erdseitig verfemten und ausgestoßenen hatte es in den Kietz gezogen.

*** kurz ausmalen, Gruppen:
** Hardliner, biogeboostet, superschnell, implantierte Waffen, ...
** Mods, modifizierte, mit Anpassung an Vakuum, an hohe Strahlung, an hohe Schwerkraft (als Besatzung für hi-G-Fusions Rapid Clipper
** Illegal mit 'Renaissance' Lebensverlängerung behandelte, die nicht mehr altern; dabei ein Clan von Ex Militärs und Geheimdienst-Psychiatern mit Geschäften von Hong Kong bis Ceres.
** Verarmte Belt Prospektoren, die nie den großen Fund gemacht hatten

Jedes Wohnelement im Kietz hatte Angst, dass es sich von den anderen bevormunden lassen müsste, auch schlicht vor Überfällen Bewaffneter und vor verdeckter Gewalt. Und so hatte sich der Zustand entwickelt, dass ein Teil, der größere, des Roddenberry Solar Drome eine liberale Zivilgesellschaft, mit Zuegen eines Militärprotektorat (Die Solar Hi Tech Patrol zur Kontrolle von solarem Schmuggel und ABC- und Antimatreiewaffen hatte hier ihr Hauptquartier und Nervenzentrum.), und zum kleineren Teil eine Art anarschistischer, no rules, anything goes Freistaat war.

Ich hatte das Pech, oder das Glück, wer weiß, Karma, nicht in einer der edelsten Wohnelementen das Licht der Welt erblickt zu haben. Das Lensman Viertel war einmal als Vorort geplant, als periphäre Struktur, hatte sich beim Auswuchern der Roddenberry dann zu einen akut von Verlumung bedrohten Pufferstadtteil entwickelt. So konnte man schon immer bei einem Unfall oder Zwischenfall in Lensman noch die Polizei oder eine Ambulanz rufen, und sie kan auch. Andererseits konnte der aufmerksame Beobachter schon lange die Tags der verschiedenen Gangs an Häuserwänden und Ecken sehen, undenkbar in Stadtteilen wie Kopernikus, Tesla oder Oberth. Und so kam es, daß ich mich in beiden Welten bewegen konnte.

Ich hatte in Lensman eine gute Schulbildung, BA, an der Virtual Solar Academy for Advances Studies Computerwissenschaften, Mathematik, und, komisch für einen Anti-Militär, Militärgeschichte und Strategie studiert. Als junger Freelancer, virtuell an unterschiedlichsten Sicherheitsprojekten im ganzen Solaren Raum aktiv, hatte ich ein auskömmliches Einkommen. Einerseits. Andererseits hatte es mich seit meiner Jungend zum Kietz hingezogen.

*** ausmalen: die faszination der verräucherten, dunklen Kneipen mit den Pool-Tischen und schweigsamen Pokerrunden, die VR Spielelaeden und Traumhäuser, ...

*** Mein Freund MA (Markus Aurelius), Sohn eines EX Solar Marine, der einen Waffenladen im Kietz betreibt.

*** in den Nachrichten: Antwort der Alpha Cent Probe: Es gibt 2 Belts dort im Mehrfachsystem, Von Neumann Replikatoren sind ausgesetzt, aufgrund von Infrarotsignaturen steht fest, die Menschen, das Solar system, sind nicht die einzigen, die Von-Neumann-Replikatoren zur Expansion und zur Industriellen vorbereitung einsetzen. Allerdings scheinen 'die Anderen' in Alpha Cent auch noch ganz am Anfang zu sein. Der solare Rat diskutiert darueber, einen Fusionskreuzer interstellar aufzuruesten und mit einer einheit (***) Solar Marines nach Alpha Cent zu schicken.

*** ...

'Herlu'