Charmaine / Anfang Herlu

Charmaine

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Ich liebte Charmaine Lafitte auf meine Art. Sie hätte mir helfen können, aber sie war nicht da.

Verzweifelt stand ich vor dem Geldautomaten, der eben meine dritte und letzte Kredikarte für ungültig erklärt und einbehalten hatte.

So unauffällig wie möglich drehte ich mich um und verließ die Stätte.

Wer weiß, wer weiß, was noch alles passiert ist.

Mein ID- Chip, verfallen, ich kann weder U-Bahn fahren, noch im Netz surfen oder E- mails machen. Es gibt mich gar nicht mehr.

Meine Konten sind offenbar verdampft. Furchbar.

Ohne ID- Chip kann ich nicht einmal mehr in meine Wohnung.

Meine Com- Unit funktioniert nicht mehr. Hmm, wer weiß, ob eine Fahndung auf mich läuft. besser werde ich sie los.

Ich habe noch, mal sehen, knapp 150 Euro in bar.

Damit werde ich nur etwas in den Slumstadtteilen St. Georg und Schanze.

***

** ziellos und verzweifel

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Rückblick: 2 Wochen früher

Nachdem ich mit dem unterschriebenen Vertrag für meinen ersten Roman am Flugplatz angekommen war, nahm ich sofort ein Taxi zu Charmaine.

*** Ihre Wohnung: Bastelchaos, Hausroboter

** Sie: Elektronikgenie, violette Lippen, grüne Haare, Apparatefreak und Bastler,

*** Cyberpunk, Hirnerweiterungen

*** politisch extrem systemkritisch, anarcholike, mit Hang zu Untergrundgruppen

** Sie ist sehr temperamenuvoll, Gerechigkeitsfanatiker

*** sie ist eine weniger artige ausgabe von joan kendall

Wir feierten und gingen groß aus.

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In einer billigen Kneipe in St. Georg hatte ich erst einmal provisorisch Ruhe gefunden.

Trübsinnig starrte ich in das fade, warme Bier.

In einer durchcomputerisierten Welt nicht kommunizieren zu können, unmöglich.

***

Da, Da, den kenn ich doch!

Der Mann, der durch den Eingang die Kneipe betrat, war Pelle, ein mir entfernt bekannter Szenegänger und Frauenaufreisser.

Nicht, daß er mir sonderlich sympathisch gewesen wäre, aber ich brauchte KOMMUNIKATION.

He, Pelle, hats mal 5 Minuten, ist persönlich.”

Ich konnte ihn zu einem abseits stehenden Tisch im Hintergrund bugsieren, begann sofort, ihn zu bearbeiten; social engeneering nannte ich das.

Ja, seine Com- Unit hatte er dabei, selbstverständlich.

Warum ich die benutzen wollte?

Obwohl sein Mißtrauen nicht völlig ausgeräumt war, ließ er mich ein E- Mail (‘Dringend, Vertraulich, Lebensgefahr) an Charmaine schicken, natürlich so verschlüsselt, daß kein Behördencomputer es in weniger als 7 Tagen entschlüsseln könnte.

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Eine Stunde später saß ich in ihrem Bastlerchaos und hatte das wenige, was ich über mein Problem wußte, erzählt.

Sie zauberte im Netz. Während sie am Terminal saß und Wunder vollbrachte und mit mir plauderte, flirtete sie wie immer mit mir auf die bezauberndste Weise.

Als erstes mußt du dich wieder frei bewegen können, eine neue ID muß her. Alles andere kommt später.”

Ich wußte aus jahrelanger Erfahrung, daß es völlig unmöglich war, sie zu verführen, wenn sie am Computer saß.

***

Die Schwierigkeit dabei ist folgende: Eine echte Persönlichkeit ist etliche zigtausen mal im System festgehalten ** viele Kontakte mit Behörden **

Das Problem ist, wenn ich dir eine neue persönlichkeit mache, dann muß ich mindestens 500 Spuren von dir in die Computer setzen, bei der Polizei, wo du zur Schule gegangen bist, Wehrdienst etc., sonst bist du nicht sicher.

Ich hab da so ein Programm, eine Art Intelligenten Agenten mit guten Penetrationsmöglichkeiten. vielleicht kannb man das modifizieren? ja, das müßte gehen.”

Sofort begann sie damit, wilde Codes einzuhacken.

*

Zwei Tage später verfügte ich über einen neuen Namen, ich hieß nun Josef Neumann, Neumann, wir passend, ganz neu dieser mann, verfügte über Kreditkarten, Paß, Führerschein, eine Com- unit, alles; als sahnehäubchen gab es eine Lizenz als Privatdetektiv, alles zugeschickt von den Behörden. Es war nicht zu fassen.

***

Wie kann so etwas passieren? Ich meine, daß mir irgendwie elektronisch das gas abgedreht wurde?”

Vielleicht hat irgedjemand etwas gegen Dich.”

Charmaine begann nachzuforschen.

*** hier nun eine Detektivgeschichte mit Schuß Cyberpunk

*** der Schluß ergibt natürlich, daß ich mit dem oben g. Roman, einer wilden *** Verschwörungsgeschichte, einer einflußreichen Wirtschaftsgruppe mit konspirativen *** Tendenzen in die Quere gekommen bin.