19.12.2003 - Intelligence Increase
FRITZ PERLS: GESTALT
Fritz Perls war Freud-Schüler, wie auch Wilhelm Reich.
Zum einen störte er sich daran, dass die Ausbildung zum Psychoanalytiker ein abgeschlossenes Studium, meist Medizin, zur Voraussetzung hat. Und so gründete er die Frtz Perls Institute, um auch und gerade Nichtakademikern diese Techniken zugänglich zu machen.
Zum anderen störte ihn das freudsche Werkzeug der Couch. Seiner Ansicht nach war Freud einfach zu neurotisch, um seinen Patienten in die Augen zu schauen. Und so gibt es in der Gestalt keine Analytikercouch.
Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um
nach deinen Erwartungen zu leben,
und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu
leben.
Du bist du, und ich bin ich,
und wenn wir uns zufällig finden,
wunderbar.
Wenn nicht, kann man auch nichts machen.
(Fritz Perls)
Wenn wir die Begriffe Gestalt oder Gestalttherapie benutzen, so meinen wir zwei Techniken, die sich wunderbar ergänzen: Gestalttherapie und Transaktionsanalyse (TA).
Gestalt zielt auf den Bauch, die Gefühle. Aufschließende Frage: »Wie empfindest DU das?«
Transaktionsanalyse zielt auf den Kopf. Aufschließende Frage: »Was nützt DIR das?
Fragen mit »warum « sind in diesem Zusammenhang abzulehnen, denn die führen nur zu Rationalisierungen und zum Vernebeln.
Verglichen mit Psychoanalyse wirkt Gestalt ungleich schneller, kräftiger, direkter, und ist damit für Den an der empfangenden Seite oftmals anstrengend und schmerzhaft. Ein »Ich glaube « wird sofort mit »Religion ist frei in diesem Land. Das ist auch nicht strittig. Hier geht es darum, was du empfindest, und nicht, was du glaubst« gekontert. Während der Patient beim Psychoanalytiker auch mal eine Stunde schweigend auf der Couch liegen kann, so wird Schwafeln und Ausweichen bei Gestalt sehr schnell unangenehm.
Gestalt, Gestalttherapie
Frederick S. Perls:
Frederick S. Perls, Ralph F. Hefferline, Paul Goodman:
Übungen zu Gestalt
John O. Stevens:
Transaktionsanalyse
Dr. Med. Eric Berne:
Thomas A. Harris:
Übungen zur Transaktionsanalyse
Muriel James, Dorothy Jongeward:
Verwandtes:
Gente (Hrsg.):
Wilhelm Reich:
Robert Anton Wilson schreibt in »Cosmic Trigger« (Rowohlt Hamburg 1985, Seite 72 f) über Dr. Wilhelm Reich:
»Dr. Reich war der erste Freudianer, der die Freudschen Entdeckungen wörtlich nahm und es deutlich aussprach, dass die meisten Neurosen durch die jüdisch-christliche Unterdrückung des Sex verursacht seien. Noch schlimmer, Reich bestand darauf, dass diese Neurosen die unmittelbaren Ursachen für Rassismus, Sexismus, Vergewaltigung, Gewalt und Kriege seien. Sexuelle Unterdrückung, so schloss er, sei das öffentliche Gesundheitsproblem Nummer eins und sollte so rigoros bekämpft werden wie die Kinderlähmung oder Krebs. Reich begann seine Ketzereien in den zwanziger Jahren zu veröffentlichen, während er mit der Forschung an Paaren, die miteinander Geschlechtsverkehr unterhielten, in den dreißiger Jahren (30 Jahre vor Masters und Johnson) begann. Für diese und andere radikale Einstellungsweisen wurde Dr. Reich aus der Internationalen Psychoanalytischen Gesellschaft ausgeschlossen, aus der Kommunistischen sowie der Sozialistischen Partei Österreichs hinausgeworfen, durch die Nazis aus Deutschland ausgewiesen und von der Presse in Schweden so sehr verleumdet, dass er nicht mehr länger in diesem Lande arbeiten konnte. Nach den USA ausgewandert, wurde er dort von der American Medical Association (AMA) diffamiert, so dass er schließlich 1957 in einem Staatsgefängnis starb. All dies hat viele Leute, darunter auch mich, zur Überzeugung gebracht, dass die wissenschaftliche Freiheit im 20. Jahrhundert ebensowenig garantiert war wie im Mittelalter, sobald ein Wissenschaftler in seinen Überlegungen revolutionär wurde.«
'Herlu', JK
¹ bezeichnet externe links, auf deren inhalt wir keinen einfluss haben.