Futurologische Bilderbögen: Im Mai 2002 erscheint »Perry Rhodan«, mit Heft Nr. 2138, mit einem Rückblick auf das Jahr 1968. Hierzu ein paar Auszüge und Kommentare …

 

Perry Rhodan 2138Perry Rhodan, Heft 2138 - Titelbild (?)

Futurologisches aus »Perry Rhodan«

Zum Begriff »dunkle Seite des Mondes« – siehe unten!

Und bitte, hier geht es um die Inhalte, nicht um die Qualität der Sprache …

Zitate aus den »Futuristischen Bilderbögen« von Wilhelm Anname, erschienen in »Perry Rhodan« ab März 2002; hier Teil III (der letzte Teil der Folge) – »über von Däniken, Dutschke und die dunkle Seite des Mondes«:

 

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Futuristische Bilderbögen

Zitat

»Wenn Menschen hierzulande gefragt würden, welches Jahr des 20. Jahrhunderts das utopischste war, das am meisten zukunftsorientierte, [das] zukunftsträchtigste, dann würden sie wohl mehrheitlich das Jahr 1968 nennen, mindestens würde ich das tun, wenigstens dann, wenn diesem Jahr etwas mehr als die sonst behördlich erlaubten 12 Monate eingeräumt wären: ein paar Monate anno 1967 und 1969 und eine kleine Insel vielleicht im Herbst von 1966. Im Jahr 1967 erschien nach neunmonatiger Produktionszeit das Beatles-Album »Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band«: Zukunftsmusik. Auf dem Cover posierten die Großen der Vergangenheit, darunter: der UFOloge Carl Gustav Jung und Mae West, Edgar Allen Poe, der Tänzer Fred Astaire, der Expeditionsleiter in Alices Unterwelt, Lewis Carroll, Marilyn Monroe, der Relativitätstheoretiker Albert Einstein, der Komponist Karlheinz Stockhausen und – neben Stan Laurel und Oliver Hardy – der Utopist Karl Marx. Nicht aufgenommen wurden Abbilder von Mahatma Gandhi, Adolf Hitler und Jesus –, die letzten beiden wären John Lennons Wunschkandidaten gewesen. Und dann, in ihren Fantasieuniformen, die Herren Beatles selbst als Feldwebel Pfeffers Kapelle der einsamen Herzen – Zukunftsmusik. Ein Jahr später beginnt mit Start des Raumschiffs APOLLO VIII eine neue Epoche in der Weltraumfahrt: Am 24. Dezember 1968 umkreisen Menschen zum ersten Mal den Mond, und zum ersten Mal erblicken Menschen mit eigenen Augen die dunkle Seite des Mondes.

Erinnerungen an die Zukunft – gibt es die? –, fragte Erich von Däniken im Vorwort zu seinem gleichnamigen Buch und Bestseller. »Erinnerungen« an etwas, das wiederkommt? Gibt es 'einen ewigen Kreislauf der Natur, ein ewiges Zusammenfließen der Zeiten?' Fragen über Fragen in diesem Jahr 1968. Aber von Däniken scheut vor Antworten nicht zurück: »Der Mensch von heute ist anders als der Mensch von gestern oder vorgestern.« Der Mensch ist immer wieder neu und erneuert sich fortwährend auf der unendlichen Linie, die wir ZEIT nennen. Der Mensch wird die Zeit begreifen und – beherrschen müssen! Denn die ZEIT ist der Samen des Universums. Und ohne ein Ende gibt es eine Zeit, in der alle Zeiten zusammenfließen. Es gibt Erinnerungen an die Zukunft. Was wir heute noch nicht wissen, hält das Universum verborgen. Vielleicht werden einige Geheimnisse geklärt. Heute, morgen, irgendwann. Das Universum kennt keine Zeit und keinen Zeitbegriff. So also sah das damals unser Temporalanalytiker von Däniken: Der Mensch erneuert sich im Samen des Universums, wobei ihm das Universum und die eigene Samenspende unbekannt bleibt. Und was hieß das konkret? Eines jedoch war gewiss: Mit unserer Vergangenheit […] stimmt etwas nicht. In ihr wimmelt es von unbekannten Göttern, die in bemannten Raumschiffen […] Besuche abstatteten. »Die steinhafte Erde ein Zentrum des prehistorischen Interplanetar-Tourismus! Und wie üblich wirkt sich der Massentourismus segensreich auf die Eingeborenen aus – im grauen Altertum hatten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltall. Wenn wir es auch heute nicht wissen, wer diese diese außerirdische Intellizenz war und von welchem fernen Stem sie herniederkam, so bin ich doch überzeugt, dass diese einen Teil der Menschheit vernichteten und einen neue ersten Homo Sapiens zeugten.«

Was aber hatte das für die Zukunft zu bedeuten? Nun, nach dem Vorbild des urzeitigen Fremdenverkehrs wird sich auch der Homo Sapiens alsbald auf ferne Sterne niedersteigen, und es werden »die ersten Astronauten spätestens am 23. September 1986 auf dem Mars landen« [Voraussage von ca. 1986]. Und dann werden sich auch die drängendsten Menschlichen Fragen endlich beantworten, Fragen wie »Werden Menschen neue Planeten besiedeln? Werden sie sich mit fremden Ureinwohnern paaren?« Unsere Chroniken wissen übrigens weder von einer Landung am 23. September 1986 auf dem Mars, noch von attraktiven Marsianerinnen, mit denen die wackeren Raumfahrer sich hätten paaren können. Für den folgenden Tag aber, den 24. September, 1986, verzeichnen die Annalen den 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Dänemark. Denn, wie hatte von Däniken zum Abschluss seines Buches ganz richtig prophezeit: »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich!« […] Das »Kursbuch«, ein von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenes Magazin, hatte zu einem Wettbewerb in Sachen Zukunftsaussichten aufgerufen; zweiundsiebzig Manuskripte gingen ein, einige davon wurden 1968 Im Heft Nr. 14, das den Titel »Kritik der Zukunft« trug, veröffentlicht […]«

 

Kleiner Kommentar

Der Artikel ist noch länger; hier soll nur verdeutlicht werden, wie intensiv damals in allen Medien das Thema »Zukunft« behandelt wurde – während heute die angeblich zivilisierte Welt kein anderes Thema hat als den letzten, entscheidenden Kreuzzug gegen den »bösen« Islam. Die Zukunftsvisionen sind ersatzlos gestrichen; es regieren wieder die schlimmsten Ideen des dunkelsten Mittelalters.

Irgendwie schade.

 

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Kursbuch

Das »Kursbuch« 14

Falls jemand zufällig das »Kursbuch« Nr. 14 vom Herbst 1986 besitzen sollte (und hergeben bzw. den angesprochenen Artikel kopieren will), bitte mailen.

Kursbuch 14: Kritik der Zukunft

 

Einzelheiten

»Konkrete Utopie. Zweiundsiebzig Gedanken für die Zukunft«
»Ein Gespräch über die Zukunft«:

 

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Die »dunkle Seite des Mondes«

luna 3 - erstes Foto der Mondrueckseite 1959Luna 3, 4.10.1959: Erstmals 400 Aufnahmen der Mondrückseite  

Natürlich ist der Ausdruck »die dunkle Seite des Mondes« Quatsch: Der Mond zwigt immer mit der gleichen Halbkugel auf die Erde (gebundene Rotation), und die ist beileibe nicht immer hell – nur bei Vollmond. Man kann von der »unsichtbaren Seite des Mondes« (far side of the moon) reden, wenn man die von der Erde abgewandte Seite« meint: Die wurde erstmals 1959 fotografiert. Wie man sieht, ist die Rückseite hier ziemlich hell, es war kurz vor Neumond.

 

Link

Squak Mountain Telescope Gang¹: »We are an unorganized (but not disorganized) group of amateur astronomers somewhat sited somewhere around Issaquah, Washington, United States of America, Planet Earth, Milky Way Galaxy«.