Joseph Weizenbaums berühmtes KI-Demo-Programm »Eliza« von 1966
(!), hier in einer Javascript-Fassung (als freie Software von Norbert
Landsteiner, 2005) zum direkt ausprobieren. Damals glaubten sich die Leute einer Maschine
gegenüber, die wirklich versteht, was sie mit ihr »reden« und es ist
heute noch faszinierend
9.9.2008
Joseph Weizenbaum, Pressefoto »Rebel at Work«Für seine Demo wählte Weizenbaum folgendes Szenario: Man redet mit einem Analysten, der für seinen Berufsstand typische Antworten gibt bzw. Gegenfragen stellt. Er muss solche Leute in seinem Bekanntenkreis gehabt haben, denn die Simulation ist verblüffend echt gelungen.
Wir haben uns erlaubt, auf die Dokumentation zu verzichten; die findet ihr unter »Links«. Die Implementierung auf Javascript ist möglichst 1:1 dem Original nachempfunden. Stellt euch statt Ein- und Ausgabefeld ein Terminal Baujahr 1966 vor, dann habt ihr ungefähr ein Bild davon, was sich dem staunenden Publikum damals bat.
Um »Eliza« haben sich regelrechte Legenden geschlungen, was so ein Computer alles kann. Vermutlich hat das sogar zum späteren Verkaufserfolg der ersten PCs beigetragen
obwohl die ja kaum etwas anderes konnten als Zeit und Strom verbrauchen.
Das »Eliza«-Javascript stammt von Masswerk.at¹ dort gibt es auch noch weitere Erklärungen zur Programmiertechnik.
Ein schöner Nachruf¹ auf Josef Weizenbaum; unter anderem geht es thematisch um »Eliza«: »Die Software simulierte ein psychoanalytisches Gespräch in schriftlicher Form. Da viele Versuchsteilnehmer tatsächlich annahmen, mit einer intelligenten Person zu kommunizieren, interessierten sich alsbald Psychologenverbände für den Einsatz der Software innerhalb der Psychotherapie. Weizenbaum zeigte sich schockiert darüber, dass formale Regeln, nach denen er Eliza programmiert hatte, mit Intelligenz verwechselt werden konnten.«