Am Sonntag, den 20. Juli 1969, zur besten TV-Krimi-Zeit, saßen wir vor Omas Blaupunkt-Schwarzweiß-Röhrenfernsehkiste und schauten gebannt zu, wie sich 16 Tonnen absurd geformtes Metall auf einer besseren Bunsenbrenner-Flamme reitend der Mondoberfläche näherte. »Eagle has landed«, quäkste es dann gegen 20 nach 9 aus dem Patent-Breitband-Ovallautsprecher. So sah also ein Adler aus. Im Kontrollraum war Partystimmung, als hätten gerade die New York Mets gegen die Chicago Cubs gewonnen (das war allerdings schon am 8. Juli).
Wir waren beeindruckt und wollten eigentlich immer nur Mond-TV sehen statt
Peter-Alexander-Filme und all den anderen Mist (ausgenommen Fred Feuerstein
natürlich). Ab und zu tat man uns den Gefallen insgesamt gab es fünf
Fortsetzungen bis an jenem Donnerstag, 14. Dezember 1972, der vorerst letzte Mensch
den Mond wieder verließ. Heute kann man sich das gar nicht mehr so vorstellen
zumal mit dieser Technik! , es werden Zweifel laut. War alles nur inszeniert, war der
Adler nur eine Ente? Sah so eine Ente aus?
19.4.2009
Apollo-11-Diorama, Deutsches Museum München, Abteilung Raumfahrt
»eagle«? / »duck«?»Bitte geben Sie jetzt die Ziffernfolge 1-9-6-9 in das Hauptmenü Ihrer virtual-time-machine ein und bestätigen Sie ihre Eingabe mit den Tasten goto und enter. Seltsame psychedelische Effekte auf Ihrer Zeitreise sind normal und haben nichts zu bedeuten. Danke fur das Befolgen aller Sicherheitsrichtlinien.«
Die Umgebung ändert sich.
Die Stewardess: »Unsere neue 747 erlaubt es uns, Ihnen zwei Menüs zur Auswahl anzubieten. Mit richtigen Tellern und richtigem Besteck. Wir hätten da Steak oder Kalbfleisch. Steak ist seit Reihe 25 aus, also möchten Sie vermutlich Kalbfleisch. Genießen Sie es in fünf Jahren haben wir die Concorde auf der Route Paris-New York, die fliegt die Strecke in drei Stunden, dann gibt es wieder verpackte Baguettes. Kaffee hat die Kollegin. Drinks gibt es an der Bar.«
Richtig gelesen: 1969 wurden die ersten Boeing-747-»Jumbo-Jets« ausgeliefert, zwei Prototypen der Concorde flogen auch schon. Die Argumentation, der technische Stand damals hätte nicht ausgereicht, um den Mondflug zu veranstalten, ist schwach. Die Nasa hatte immerhin Zugriff auf militärische Projekte wie »Minuteman I«, eine Interkontinentalrakete, die schon seit 1959 in Dienst war.
American Top-40s: »In the year 2525«, »aquarius«, »good morning starshine«, »grazing in the grass«, »oh happy day«, »smile a little smile for me«, »atlantis«, »give peace a chance«, »I can sing a rainbow«, »cold turkey«, »here I go again«, aber auch »suspicious minds«. Gibt es, im Gegensatz zu 2009, im Jahr 1969 irgend etwas, das nicht möglich gewesen wäre?
Schon eher war das eine Art Ente
und fuhr wirklich gut.In Frankreich wird ein kompaktes Automobil vorgestellt, das dank seiner 12-Volt-Elektroanlage immer anspringt, auch bei minus 20 Grad, über 120 km/h schnell fährt, sogar auf schlechten Straßen (ohne eine Straße unter den Rädern nur 80 km/h), mit innenliegenden Scheibenbremsen auch wirklich bremst (wer mal 1960er-Jahre-Autos fuhr, weiß, was diese Worte bedeuten), vier großen erwachsenen Personen und dazu reichlich Gepäck Platz bietet, und dabei nur 5 Liter Treibstoff auf 100 km verbraucht. Wohlgemerkt, vor Öl- und Finanzkrisen. Einfach nur aus dem Grund, weil man Technik, die der Optimierung auf Bedarf und Wirtschaftlichkeit ausgerichtet war, für sehr fortschrittlich hielt. Heute produziert man eher Spielzeug für die »Pisa-Generation« und packt alles rein, was blinkt und Lärm macht. Dafür ist das dann richtig teuer und unwirtschaftlich. Und bremst gar nicht mehr, wenn der Computer mal spinnt.
Es gab natürlich noch keine kleine, billige Computer. Sehr wohl gab es kleine, teure Computer. Natürlich noch mit Transistoren und ersten integrierten Schaltungen aufgebaut, aber dank des Verzichts auf Betriebssystem-Oberflächen waren die schon erstaunlich leistungsfähig. Wir müssen heute dabei bedenken, dass unsere Computer in erster Linie für sich selbst und für die Anwender-Oberfläche all ihre Leistung verbrauchen, und die Anwendungen selbst eher unscheinbares Beiwerk sind.
Lunar Rover, 1971Die Apollo-Kapseln wie auch die Landemodule hatten Gyroskop-gestützte Rechner, die die Raumkoordinaten und die Geschwindigkeit ziemlich genau anzeigen konnten. Die Daten wurden regelmäßig durch Vergleiche mit den (viel größeren) Rechnern in Houston sowie mit den Ergebnissen herkömmlicher Navigation über Fixsterne abgeglichen. Apollo hätte durchaus den Heimweg auch ohne Funkkontakt zur Basis gefunden.
Den Lunar Rover gab es 1969 noch nicht, er wurde erst 1971 fertig. Sein Navigationssystem zeigte die Fahrtrichtung an (einen Kompass kann man auf dem Mond nicht einsetzen, da es kein Magnetfeld gibt), die Position der Landefähre, die Entfernung zu selbiger und die aus der Batterie-Kapazität berechnete Reichweite. Auch hier kam ein Kreisel-System zum Einsatz.
1969 war keine technische Steinzeit, aber auch kein Hightech-Mittelalter wie 2009. Alles war oder schien möglich. Und so flogen die Amis eben zum Mond, landeten dort, machten ein paar tausend Fotos und brachten einen Kartoffelsack voller Steine zurück zur Erde.
Mondgestein, Deutsches Museum München, Abteilung Raumfahrt (der
Bildteil mit dem Text ist stark nachbearbeitet Vitrinen mögen nun mal kein
Blitzlicht
)Neuerdings bezweifeln immer mehr Leute, dass die Mondlandung stattgefunden hat. Als Beleg werden vermeintliche oder wirkliche Ungereimtheiten anhand von Bildern des per Internet offen zugänglichen Nasa-Archivs vorgebracht. Was ist dran?
Insbesondere wird behauptet, Spielberg habe (gegen hohes Schweigegeld) in den gerade herumstehenden Filmbauten von »2001« (auf Befehl der Illuminaten und der CIA, und höchst geheim, klar) die Mondfilme und Bilder hergestellt, die man uns 1969 als echt verkaufte. In Wirklichkeit sei Apollo 11 auf dem Mond zerschellt.
Hier hilft Google: Laut einem inzwischen toten Link auf eine australische Zeitschrift hätten sich schon vor Jahren französische Kollegen den Ulk erlaubt, zu ersten April die Story mit Spielberg zu verbreiten als Aprilscherz. Und der australische Sender SBS hat den Spaß zum 1.4.2003 einfach nochmal aufgewärmt. Es lebe die Kreativität.
Und die Fotoapparate wären sowieso nicht geeignet gewesen, bei Mond-Bedingungen zu knipsen, denn sie machen schon bei -30 Grad schlapp.
Die Fotoapparate hatten die Temperatur des Innenraums der Landefähre, nicht die des Mondbodens. Wie man von irdischen Dewar-Behältern (Chemielabor) oder Thermoskannen weiß, ist das Vakuum der ideale Isolator. Somit haben sich die Kameras eher durch die Sonnenstrahlen aufgewärmt und jedenfalls nicht abgekühlt. Um die Aufwärmung zu verhindern, waren sie weiß angestrichen und nicht mit der damaligen Profi-Fotografen-Modefarbe schwarz. Mehr dazu weiter untern.
Eher als die mechanischen Kameras hätte die Elektronik versagen müssen, also Messgeräte, TV-Kamera und Funk.
Den stringenten Beweis treten die Verschwörungstheoretiker meist mit immer den gleichen Fotos an, die fehlerhaft inszeniert seien. Regiefehler.
Staubwolken ohne Luft
Geräusche im luftleeren Raum
Sternenhimmel über hell erleuchteten Szenen
Hydrokultur-Substrat und irdischer Sand als Requisite
Strommasten, Telefondrähte
Bewegungen der Astronauten bei reduzierter Schwerkraft: Die Trägheit der Masse bleibt erhalten, Menschen können auf dem Mond nicht schneller laufen als auf der Erde. Nur die Bewegungen sehen komisch aus wie bei den Apollo-Filmen zu sehen.
Link: bad astronomy¹ (en)
Auf Einzelheiten gehe ich weiter unten ein. Das allermeiste klärt sich nach näherer Betrachtung. Andererseits ist ganz bestimmt das eine oder andere gefälschte Bild im Umlauf, seien es Fotomontagen oder Trainings-Fotos, die schwindelige Bildjournalisten als sensationelle allererste Bilder ausgaben die im Nasa-Archiv sind jedenfalls echt.
Und was ist jetzt mit den schönen Verschwörungstheorien?
Es gibt genügend Verschwörungstheorien, die man nicht von der Hand weisen kann. Diese gehört eher nicht dazu.

Doch nun zu den Einzelheiten:
Die Astronauten hatten hochwertige Kameras dabei, Sondermodelle von Hasselblad. Alles, was kaputt gehen könnte wurde ausgebaut oder ersetzt durch andere Materialien. Da man mit dem Helm sowieso keinen sucher benutzen konnte, fiel dieser weg, samt Klappspiegel-Mechanismus. Um trotzdem zu »treffen«, verwendete man Objektive mit großem Bildwinkel.
Durch die verwendeten Weitwinkel-Objektive (60 mm Brennweite oder 2/3 der der sog. »Normal-Optik« bzw. 3/2 des Bildwinkels, etwa 60 Grad statt der bei unseren Fotos üblichen 40 Grad) verändert sich die gewohnte Perspektive deutlich. Objekte nahe der Kamera erscheinen unnatürlich groß. Im Gegenzug wirkt der Hintergrund langweilig, kullissenhaft. Eines der Argumente der Zweifler besagt genau das: Auch bei ganz unterschiedlichem Vordergrund sieht der Hintergrund irgendwie immer gleich aus. Doch das ist richtig so.
Hier eine Mondkamera, ein Sondermodell von Hasselblad¹. Man sieht, dass oben der Sucher-Aufsatz
fehlt, dafür ist unten ein fetter Motor- und Batteriekasten für den Filmtransport
angebracht (die Astronauten konnten schlecht mit ihren Handschuhen die Kurbel
drehen). An der Rückseite ist ein sehr großes Filmmagazin für Spulen mit 10
Meter (160 Bilder) Lochrand-Film für die Negativgröße
56*56 Millimeter (6x6). Das Objektiv hat eine typische
Bauform bei Weitwinkel-Optiken eine markant große Frontlinse. Eine Abbildung
eines Prototyps (allerdings mit einem anderen Objektiv als typischerweise bei
den Mondausflügen im Einsatz war) findet ihr beim Fotomuseum Burghausen¹. Nur die Rückteile mit den Filmen kamen
zurück auf die Erde die Kameras liegen noch auf dem Mond (oder
die Aliens haben sie geschnappt ein gutes »Schnäppchen!«).
USB-Cams, einfache Digitalkameras in der »wide«-Einstellung des Zoom oder Einwegkameras aus dem Drogeriemarkt haben einen ähnlichen Blickwinkel (allerdings aus anderen Gründen Linsenfehler fallen bei dieser Perspektive weniger auf). Fotografiert damit einfach mal eine Schneelandschaft, Dünen oder in der Kiesgrube. Der Bild-Eindruck ist ähnlich »strange« wie bei den entsprechenden Mond-Fotos. Natürlich waren die Objektive der Nasa ein bisschen besser, hatten keine sichtbaren Verzerrungen oder Abdunkelungen in den Ecken. Aber der unnatürliche Eindruck bleibt dennoch.
Für alle beweglichen Teile wurden spezielle Materialien verwendet, die keine Schmierung brauchen, oder eben sündhaft teure Spezial-Fette, die weder bei niedrigen Temperaturen zu fest werden noch bei hohen Temperaturen zu dünnflüssig. Der Amateur erhält so etwas leider nicht mal auf Sonderbestellung.
Und wenn es einer mechanischen Kamera zu kalt wird, dann fällt sie nicht einfach aus wie ein MP3-Player mit leerem Akku. Viel mehr fängt sie an zu »spinnen«, macht ab und zu nur halbe Bilder, macht falsche Verschlusszeiten, macht zwischendrin den Verschluss gar nicht mehr auf (Film bleibt auf manchen Bildern unbelichtet), solche Dinge. Auf der Erde vereist der Tau auf den Linsen, aber das kann auf dem Mond natürlich nicht passieren, mangels Tau.
Dass die Kameras keineswegs die Temperatursprünge der Mondoberfläche mitmachen mussten, wurde hier schon gesagt. Außerdem waren die Mondlandungen so gelegt, dass die Temperaturen sich nicht im extremen Bereich bewegten ein Tag auf dem Mond dauert zwei Wochen. Die Astronauten von Apollo-11 waren 21½ Stunden auf dem Mond und nur 2½ Stunden draußen.
Weiter oben sind die Zeichnungen aus dem Werkstatthandbuch des »Lunar Rover« und des »Citroën Ami 8« aus baugleicher Zeit abgebildet. Der Citroën hat einen Lenkwinkel (zwischen kurveninnerem Vorder- und Hinterrad gemessen) von ca. 40 Grad, der Rover von etwa 90 Grad (45+45): Es waren nämlich Vorder- und Hinterräder lenkbar, einerseits um bei Ausfall eines Lenksystems Ersatz zu haben (ist so passiert), andererseits, um in unbekanntem Gelände moglichst kleine Radien fahren zu können (wenn man beide Lenkungen gegenläufig einsetzt, hat man den Wendekreis einer Vespa). Ein Regiefehler ist das nicht. Wie auf vielen Fotos zu sehen ist, benutzten die Astronauten normalerweise nur die Lenkung der Vorderräder, weil sie es von ihren Chevys so gewohnt waren. Rangierten sie in der Nähe der Landefähre mit all den aufgestellten Instrumenten, nutzten sie beide Lenkungen. Zusammen mit dem extremen Lenkeinschlag ergibt das Spuren, die sehr ungewöhnlich aussehen. Passt.
Da es keine Luft gibt, keinen Wind, ist der Mondstaub nicht abgerundet wie Sandkörner auf der Erde. Es handelt sich also nicht um Mokro-Kies, sondern um Mikro-Geröll. Die Körner verhaken sich also, kleben in etwa so zusammen wie Gips aus der Tüte. Somit wird viel weniger Mondstaub aufgewirbelt als irdischer Sand, wenn man mit einem Gebläse (des Raketenmotors) draufhält oder mit dem Buggy drüber fährt. Er kann mangels Luft auch keine schwebenden Staubwolken bilden (im Gegensatz zum Mars, wo es eine dünne Atmosphäre gibt). Allerdings fällt er in Zeitlupe zum Mondboden, da er nur 1/6 der Anziehungskraft ausgesetzt ist das sieht komisch aus, wie im schlechten Film. Aber es stimmt.
Die Direktübertragungen vom Mond sehen aus wie billigste, schlechte Amateur-Videos. Das stimmt, und es hat einen Grund: Ähnlich wie heutige Mobiltelefone arbeiteten auch die Kameras für die TV-Übertragungen mit geringerer Auflösung und niedrigerer Bildfrequenz (noch dazu in Schwarzweiß) als die Fernseher auf der Erde. Da es keine Rechner gab, die das Signal halbwegs in Echtzeit umsetzen konnten, hat man einfach das Bild des Empfangsmonitors auf einer Bodenstation in Australien abgefilmt (dort war zu dem Zeitpunkt der beste Empfang des schwachen Mond-Senders). Da Australien die gleiche TV-Norm hat wie Westeuropa (PAL/50Hz bzw. 50 Halbbilder pro Sekunde), haben wir hier die besseren Bilder empfangen als in den USA. Dort werden 30 Bilder pro Sekunde gesendet, hier 25. Also hat man in den USA jedes 5. Bild zweimal gesendet, das gab leichte Ruckler obendrein.
Man sieht
deutlich, dass die Oberkante der Flagge durch einen Querstab gehalten wird, und dass dieser nicht
ganz korrekt waagerecht ausgerichtet ist: Deshalb wirft die Flagge Falten. Und diese Falten sehen
irgendwie unnatürlich aus, weil die Flagge aus sehr dünner, leichter Folie besteht, die
wegen der geringen Anziehungskraft des Mondes und ihrer Materialeigenschaften nicht so fällt,
wie wir das auf der Erde von einem Stück Stoff gewohnt sind.
Ob das Zufall war oder Absicht, kann man nicht sagen, aber der Effekt ist doch ganz nett: Auf den ersten Blick scheint die Fahne im nicht vorhandenen Wind zu wehen. Und beim Aufstellen hat man dem Mast noch einen Schubs gegeben, um dann einen »waving banner« an terranische TV-Stationen übertragen zu können.
Die Schatten sehen eigenartig aus, manchmal scheinen sie in die falsche Richtung zu weisen. Woher kommt das? Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, also auch keinen Weichzeichner-Effekt, den die Luft verursacht. Folge sind extrem scharfe Schlagschatten, auch bei sehr flachem Sonnen-Einstrahlungswinkel. Dazu kommen fehlende landschaftliche Details: Bei Bildern, die in der Wüste aufgenommen wurden, können wir ähnliche perspektivische Irritations-Effekte feststellen. Und wenn wir dort weiß gekleidete Personen fotografieren, überstrahlt die Reflexion der Kleidung ebenfalls die Umgebung, nur nicht ganz so stark wie auf dem Mond, wiel die irdische Luft das Licht streut.
Beleuchter-Fehler sehen anders aus: Dort hat nicht etwa jedes Objekt einen Schatten von seinem nächstgelegenen Scheinwerfer (die fielen dann in der Tat jeweils in eine andere Richtung), sondern jedes Objekt hat mort mehrere Schatten, teils von unterschiedlicher Stärke. Dies sieht man bei den Mondbildern nicht. Ab gesehen davon, dass ja Spielberg den Film gedreht haben soll bei dem gibt es keine Beleuchtungsfehler. Die gibt es bei »Marienhof« typischerweise fünf, sechs Schatten der Darsteller an der Zimmerwand.
Eigentlich kein Wunder, dass man auf dem ansonsten schwarzen Himmel keine Sterne sieht, so lange die Sonne ebenfalls scheint. Natürlich gibt es Sterne, die heller strahlen als die Sonne. Doch nimmt die Lichtintensität stark ab nicht linear, sondern quadratisch.
Nehmen wir einen Stern, der die 10-fache Helligkeit der Sonne hat, und der 10-mal weiter von uns entfernt ist als die Sonne.
Frage: Wie viel Licht kommt bei uns an?
Da der Stern sein Licht ja nicht nur in unsere Richtung schickt, sondern in alle Richtungen, muss er damit eine gedachte Kugelschale ausleuchten, deren Größe von der Entfernung abhängt. Die Formel lautet 4 mal Pi mal Radius im Quadrat. Wir kommen damit bei 10-fachem Sonnenabstand auf 1/12,5 Lichtausbeute für einen gleich hellen Stern. Da der Stern 10-mal so hell leuchtet, sehen wir 1/1,25 oder 0,8 der Helligkeit der Sonne. Diesen Stern könnte man wohl auch am Tagelsichthimmel sehen.
Da so helle Sterne jedoch viel weiter als nur 10-mal weg sind als die Sonne, sind sie entsprechend dunkler. Wir sehen sie also frühestens in der mittleren Dämmerung. Das entspricht unserer Erfahrung. Das Licht der Sterne, das zu uns vordringt, ist zu schwach, als dass man es sehen könnte, so lange die Sonne scheint.
Auch wenn der Himmel auf dem Mond schwarz ist die Sonne war sichtbar, sie hat die Sterne überstrahlt.
Wie wir den Ausführungen in der Box entnehmen können, ist das Licht der Sterne auch ohne die Einwirkung der (auf dem Mond fehlenden) Atmosphäre zu schwach, um es zu sehen. Erst recht kann kein Film gleichzeitig die von der Sonne beleuchteten Objekte halbwegs richtig »sehen« und gleichzeitig die viel dunkleren Sterne.
Wer will, kann das in der Fachliteratur nachlesen: Die Beleuchtungsstärke auf dem Mond bei »Tag« beträgt mindestens 5000 Lux. Dem entsprechend muss man belichten, sogar noch mit einem Korrekturfaktor, weil die Mondoberfläche hell ist und man dort Details sehen will (vgl. »Gegenlichttaste«).
Eine Flutlichtanlage für WM-Fußball beleuchtet den Rasen mit etwa 1000 Lux, also nur ein fünftel, bzw. korrigiert (der Rasen ist viel dunkler) irgendwo zwischen 1/10 und 1/20 des Belichtungswertes auf dem Mond.
Hat jemand am Himmel von Flutlichtspielen im Fernsehen oder auf Fotos davon schon mal Sterne gesehen?
Na also.
Sterne am Mondhimmel bei Tag wären ein Indiz für Betrug.
Solche Kameras gibt es an jedem Flohmarkt für wenig Geld, die meisten funktionieren immer
noch perfekt: Sie haben keinerlei Elektronik eingebaut, und man kann gar nicht so viel falsch
machen wie das der Computer immer tut. Man kann damit ausprobieren, wie sich z.B. verschiedene
Zeit-Blenden-Kombinationen auswirken, man kann bestimmen, wo die größte Schärfe
liegen soll. Man muss alles selbst einstellen und überlegen, ein Belichtungsmesser (nicht eingebaut) hilft hierbei. Irgendwann gelingen auch die richtig guten
Fotos und man lernt viel dabei. Gute Objektive gibt es dazu auch billig. Ok, dieses
Exemplar sieht nicht gerade pfleglich behandelt aus, noch dazu wurde es angeblitzt und digital
geknipst aber es funktioniert seit über 40 Jahren
solche
Qualität baut heute niemand mehr. 1969 war diese Exa-500 (Ihagee
Dresden) das Edel-Modell der Amateur-Serie.
Und nun zum letzten Detail, über das ich lange gegrübelt habe.
Dabei ist mir aufgefallen, dass die üblichen Begründungen nicht stimmen.
Das ist kein Indiz dafür, dass hier eine Verschwörung im Gange ist (woanders passiert das durchaus), sondern weil oft mehrere Faktoren beteiligt sind, und man nicht unbedingt immer den ausschlaggebenden Faktor als solchen erkennt.

Im
»normalen« Negativ-Verfahren bewirkt Licht die Schwärzung der Kristalle in der
lichtempfindlichen Schicht.

Um das
Bild wieder »richtig« zu sehen, wird es nochmal im gleichen Verfahren abfotografiert
(bzw. kopiert oder vergrößert, was diesbezüglich keinen
Unterschied ausmacht).

Gehen wir einfach vom Schwarz-Weiß-Verfahren aus ('OBDA',
'ohne Beschränkung der Allgemeingültigkeit', wie der Mathematiker so schön
sagt), denn
![]()
beim Farbfilm passiert nichts grundlegend anderes, allerdings jeweils
mit drei Farb-Kanälen.
Lichter werden auf dem Film dunkel, Schatten bleiben hell. Dazwischen haben wir einen Bereich, der in Grauwerte umgesetzt wird, ebenfalls »verkehrt herum«. Fotografieren wir dieses Negativ nochmal ab (nichts anderes geschieht beim Umkopieren oder Vergrößern), dann werden die Lichter auf dem Abzug wieder hell und die Schatten dunkel.
Auf dem Mond hat man die besten und teuersten Dia-Filme benutzt da geschieht das Umkopieren ebenso, allerdings bei der Entwicklung im Ausgangsmaterial selbst.

Wenn wir hier so tun, als ob man Schwarz-Weiß-Film benutzt hätte, ist das
vom Prinzip her in Ordnung. Also machen wir das so.
Wie weiter oben angesprochen, waren die Mond-Hasselblads zwischen Kamera und Filmmagazin teilbar. Klar konnte man mit Astronauten-Handschuhen keinen Film einlegen, also hatte man fertig geladene Wechselmagazine dabei. Damit in das Kamera-Innere beim wechseln kein Staub eindringen kann, war an der Trennstelle eine Glasscheibe angebracht. Die Magazine waren durch entnehmbare Schieber vor Licht und Staub geschützt.
Nun wusste man vorher nicht genau, was für Temperaturschwankungen die Filme ausgesetzt werden die Wärmeausdehung konnte sich durchaus im Bereich von ein, zwei Millimetern pro Bildlänge bewegen. Also dachte man darüber nach, wie man Filme, die bei der Aufnahme etwas kleiner oder größer waren als bei der geometrischen Auswertung der Bilder, mit Referenzmarkierungen versehen konnte. Die Lösung war ganz einfach: Man brachte Kreuzmarkierungen an der Glasplatte an, die zwischen Kamera und Filmmagazin eingebaut war.
Natürlich hat man die Markierungen nicht einfach mit Farbe draufgemalt. Das hätte zwar eine perfekte Lichtdeckung bewirkt, aber es war keine genaue Methode. So ätzte man die Kreuze jeweils im 1-cm-Raster als feine Linien auf das Glas.
Diese Kreuze wirken, weil sie geätzt sind, nicht wie Abdeckungen, sondern wie Graufilter; nehmen wir der Einfachheit halber einmal den Wert von 50 Prozent Lichtdämpfung an.
Filme haben einen sehr begrenzten Empfindlichkeitsbereich. Wir kennen alle schlecht belichtete oder komplett misslungene Fotos. Das kommt daher, weil die Unterschiede zwischen maximalem Tageslicht im Sommer und minimalem Licht, das uns gerade noch reicht, um zu ein bisschen was zu sehen, sehr groß ist. Genauso wie das Auge sich über den wirksamen Durchmesser der Iris daran anpasst, muss das der Fotoapparat für den Film tun nur mit dem kleinen Unterschied, dass der Widergabe-Bereich des Films vergleichsweise sehr klein ist (daher auch die Sache mit den Sternen das Auge sieht sie gerade noch, der Film nicht mehr).
Wollen wir nun eine virtuelle Einheit für die Lichtenergie einführen; nennen wir sie Elx. Wir ordnen ihr keinen quantitativen Wert zu, da sie von der Beschaffenheit des jeweiligen Filmmaterials abhängt, und damit wir nicht zu tief in die Materie einsteigen müssen. Es geht uns hier nur um den Zusammenhang.
Wie der 'Zufall' so spielt, entsprechen unsere Werte im Beispiel und in der Tabelle für »Elx« in etwa der Beleuchtungsstärke [Lux] des Objekts, wenn wir es mit einem Film der Empfindlichkeit von ISO 100/21° bei Blende 1,8 und 1/60 Sekunde Belichtungszeit aufnehmen, das entspricht einem sehr hell ausgeleuchteten Innenraum, also das hellste, das ein PC-Freak kennt ;o)
Um ein lichtempfindliches Kristall minimal zu schwärzen, brauchen wir eine bestimmte Lichtenergie, die darauf einwirkt. Ab einem weiteren bestimmten Lichtenergie-Wert ist das Kristall komplett geschwärzt; eine höhere Energieeinwirkung bewirkt keinen Unterschied. Alles was zwischen minimaler und maximaler Energie einwirkt, führt zu Grau-Abstufungen.
Beispiel: Die minimale Energie, unter der das Kristall ungefärbt (weiß) bleibt, sei 10 Elx. Die Energie, die zur maximalen Schwärzung führt, sei 1560 Elx. Dann ergibt sich folgende Abstufung:
| Elx Kristall-Schwärzung in Prozent Grauwert des Negativs Grauwert des Positivs | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Elx | bis | 10 | 20 | 40 | 80 | 160 | 320 | 640 | 1280 | 2560 | und mehr |
| [%] | 0 | 12,5 | 25 | 37,5 | 50 | 62,5 | 75 | 82,5 | 100 | ||
| Negativ | |||||||||||
| Positiv | |||||||||||
| Referenzwert des Belichtungsmessers: | ^^^ | ||||||||||
| - Prinzip-Darstellung, keine wissenschaftliche Auswertung! - | |||||||||||
Das pastellfarbene Bildrauschen müssen wir uns wegdenken es
entstammt einer ».jpg«-Komprimierung.Die Tabelle zeigt uns, dass man den Helligkeitsbereich, den man tonwertig auf dem Bild
haben will, sehr genau einstellen muss. Was zu hell ist, wird überbelichtet, wird also
konturlos weiß (und was zu dunkel ist, versinkt im Schwarz). Auf
dem Bild links (Ausschnitt mit Kreuzmarke) sehen wir genau das:
Der
eigentlich runde weiße Stab und das zylindrische Ding daran zeigt nur auf der Schattenseite
Konturen, der Teil auf der beleuchteten Seite ist hoffnungslos überbelichtet und verpatscht
in einer weißen Fläche.
Nehmen wir die Werte aus der Tabelle, nebst der Annahme, dass die Kreuzmarkierung das einfallende Licht um 50 Prozent dämpft, und rechnen nach:
Folgerung: Das von dem weißen Stab reflektierte Licht ist so stark, dass die dämpfende Wirkung der Markierung überstrahlt wird. An dieser Stelle ist der Teil der Markierung folglich unsichtbar, alles »versuppt« im Weiß. Also alles richtig, die Kreuzmarkierung muss an dieser Stelle unsichtbar sein.
Die Erklärung, die wir überall im Internet finden lautet, dass überbelichtete Stellen »ausufern«, also noch benachbarte lichtempfindliche Kristalle des Films beeinträchtigen. Das stimmt zwar, aber der Effekt reicht eben nicht aus, um die Resultate, die wir hier sehen, zu begründen.
Nicht immer ist eine Verschwörung schuld an seltsamen Dingen; es reicht auch eine fehlerhafte Erklärung, dass Zweifel bleiben.
Nichts anderes passiert im übrigen auch beim »Pisa-Test«: Die Fragen sind so saudumm formuliert, dass man sich nicht wundern muss, wenn ein Großteil der Schüler sie nicht verstehen und folglich falsch beantworten
Ein Ami 8, Modell 1969, aufgenommen im Januar 2009. Sieht doch immer noch
ganz schick aus, oder?Die Botschaft lautet schlicht und einfach: Die beanstandeten Bilder sind kein Beweis dafür, dass die Mondlandung 1969 inszeniert wäre. Im Gegenteil, kein Regisseur hätte Dinge, die irgendwie »falsch« aussehen, durchgehen lassen.
Außerdem hätte man bei einer Fälschung die Russen »mit ins Boot nehmen« müssen. Der Wettlauf um Erfolge im All war allerdings in höchstem Gange; alleine im Januar 1969 startete die UdSSR drei Raketen, um auch nur in einem Teilgebiet Erster zu sein (Venera 5 und 6 zur Venus, Sojus 5 zum Koppelungsmanöver mit Sojus 4) und war politisch gerade mit dem Aufstand in Prag beschäftigt, außerdem mit einer Grenzstreitigkeit mit China, was die Freundschaft mit dem Westen nicht gerade förterte. Die Russen haben 1969 bestimmt nicht bei so einer spektakulären Aktion mitgespielt.